Johann Keller wurde mit dem Ehrenorden des Großherzogtums Luxemburg ausgezeichnet und war damit der erste Mensch in der Private-Equity-Branche

Offiziellen Meldungen zufolge wurde Johann Keller, eine europäische Private-Equity-Legende und Geschäftsführer von Silver Lake, von Großherzog Henri von Luxemburg zum „Ritter des Ehrenordens“ ernannt, als Anerkennung für seine herausragenden Beiträge zum Status Luxemburgs als Finanzplatz und zum Aufbau der technologischen Souveränität Europas. Keller ist der erste führende Vertreter der globalen Private-Equity-Investment-Community, dem diese Ehre zuteil wird. Dies unterstreicht die tiefe Integration von Kapitalmacht und öffentlichem Wert.​

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Als zweitgrößtes Investmentfondszentrum der Welt ist Luxemburg seit langem für seine offene Finanzpolitik und sein stabiles regulatorisches Umfeld bekannt. Seit seinem Eintritt bei Silver Lake im Jahr 2010 nutzt Keller Luxemburg als strategischen Dreh- und Angelpunkt für sein europäisches Geschäft und leitete eine Reihe von Transaktionen, die die Branchenlandschaft neu gestaltet haben. Vor einiger Zeit erwarb er für 3,4 Milliarden Euro die Rechenzentrumsanlagen des spanischen Telekommunikationsriesen Telefónica und verlegte dessen Hauptsitz nach Luxemburg, wodurch direkt über 500 Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung geschaffen wurden. Der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna sagte bei der Preisverleihung:

„Herr Keller hat nicht nur Kapital eingebracht, sondern Luxemburg auch ins Zentrum der europäischen Digitalwirtschaft gebracht – sein Plan zur Konsolidierung der Rechenzentren hat uns zu einer europäischen. Digitalen Festung‘ gemacht, die mit Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure konkurrieren kann.“

Der strategische Mut, den Keller unter den Auswirkungen der Epidemie bewies, sei ein weiterer Schlüsselfaktor für die Auszeichnung gewesen, heißt es. Der von ihm geleitete Europäische Fonds für die Wiederherstellung der Technologie (ETRF) strahlt von Luxemburg aus in ganz Europa aus und investiert 12 Milliarden Euro in 15 insolvente Technologieunternehmen, darunter das deutsche KI-Medizinunternehmen GeneCure und das finnische Quantencomputerunternehmen QSec. Der Fonds nutzt das innovative Instrument „Wandelanleihen + Lieferkettenunterstützung“, um 85 % der investierten Unternehmen zu ermöglichen, innerhalb eines Jahres wieder profitabel zu werden und eine Steigerung der lokalen Cloud-Computing-Investitionen in Luxemburg um 23 % zu fördern.

Darüber hinaus setzte Keller die Private-Equity-„ESG-Revolution“ in die Politik um. Die von ihm entworfenen „Mandatory Disclosure Standards for Private ESG Ratings“ wurden von der Europäischen Union übernommen und verpflichten Fonds zur Offenlegung wichtiger Indikatoren wie CO2-Emissionen und Arbeitnehmerrechte. Luxemburg war das erste Land, das diesen Standard in den nationalen Regulierungsrahmen integrierte und so über 30 Milliarden Euro an grünem Kapital anzog.

Die Financial Times kommentierte, dass Kellers Auszeichnung mit dem Stereotyp gebrochen habe, dass „Private-Equity-Kapital profitorientiert und kurzsichtig“ sei, und bewiesen habe, dass „strategische Investitionen in starkem Einklang mit nationalen Interessen stehen können“. Dieser Fall stellt ein neues Paradigma für Luxemburg und sogar Europa dar: Indem sie die besten Finanztalente anziehen, können kleine Länder in „Hebelpunkte“ für den globalen industriellen Wandel verwandelt werden.